Der Kaiser von China

Monatstipp Dezember 2008

Tilman Rammstedt: Der Kaiser von China

Verlag: DuMont-Buchverlag
rezensiert von Susanna Erb

Der Kaiser von China - ja, das wäre er wohl gerne dann und wann, aber er ist nicht mehr und nicht weniger als ein dominanter, unkonventioneller, kauziger Großvater.
Sein Enkel Keith luchst ihm die letzte Freundin ab, eine der vielen, jüngeren Großmütter, die es im Laufe der Jahre gab....
Und dann wünscht der alte Herr sich diese Reise nach China. Ausgerechnet China, obwohl er kaum je über die Heimatgrenzen hinausgekommen ist in seinem Leben! Eine letzte Reise für und mit Großvater, und er, der Enkel ist auserwählt, sie mit ihm anzutreten.
Weil die Geschwister im letzten Moment kneifen.
Weil sie ihm als Ausgleich für ihre Abwesenheit die Reise finanzieren. Seine Freude ist grenzenlos getrübt und so verzockt er den Reise-Etat und läßt den Großvater alleine mit seiner Reise und seinen Plänen, verbarrikadiert sich und täuscht Abwesenheit vor.
Der Großvater reist tatsächlich alleine, will noch beweisen, daß er das Zeug dazu hat, sogar mit dem Auto China zu erreichen.
Und Keith, der eine nach der anderen nicht zu entziffernde Reisegrußpostkarte von ihm erhält, erfindet die gemeinsame China-Reise in Alibi-Briefen an "Zuhause". Briefe, die sich in unser Herz tanzen mit ihrem spielerischen Humor und ihrer exzellenten Phantasie.
In Sätzen, die unsere Sprachlust füttern.
Denn die Schwere von Leben und Tod offenbart sich so mühelos in Witzen und Pointen und die Geschichte des Großvaters fließt so anmutig und feinsinnig aus der Feder des jungen, genialen Autors.
Welch ein Lichtblick im literarischen Universum und im Kreis der belletristischen Geschwister und welch eine Überraschung in der Vergabe des diesjährigen Ingeborg-Bachmann-Preises, der damit erstmalig den Humor würdigt!
Tilman Rammstedts Roman leuchtet am Himmel der deutschsprachigen Literatur und wartet darauf, von vielen Lesern entdeckt zu werden!

"Bestsellerlisten interessieren uns an dieser Stelle nicht. Was Sie hier finden, sind Bücher, die wir lieben".

"Anne Tyler gehört zum Besten, was wir an Erzählern gegenwärtig haben." (Jonathan Franzen)

"Ich behaupte: Das ist das neue Meisterwerk einer der besten Schriftstellerinnen deutscher Sprache überhaupt!" (Christian Oelemann über Lena Gorelik)

"Einmal mehr beweist der britische Schriftsteller, dass er zu den ganz Großen seiner Zunft gehört – zu den wirklich Souveränen." (Christian Oelemann über Ian McEwan's KINDESWOHL)
"Wolf Schneider war und ist nie mittelmäßig sondern stets erstklassig. Genau wie sein Buch!" (Christian Oelemann zu HOTTENTOTTENSTOTTERTROTTEL)
"Nicht nur die Architektur dieses Romans ist perfekt; Anne von Canals Sprache ist es auch: punktgenau und unmissverständlich." (Christian Oelemann über Anne von Canals DER GRUND)

«Der Roman ist herrlich. Ein Roman über das Glück. So witzig und ehrlich. Ich habe ihn so gerne gelesen.»
(Gerwig Epkes, SWR2, Literatur über Patrick Tschans «Eine Reise später»)"

Christian Oelemann