Das Wunder von Striegeldorf

Monatstipp Dezember 2016

Siegfried Lenz: Das Wunder von Striegeldorf

Verlag: Hoffmann&Campe
rezensiert von Susanna Erb

Weihnachten ist nun mal die Zeit der Wunder.
Keiner kann sich dem entziehen.
Dafür sorgt die Welt schon.
So erging es einst auch dem Großonkel von Siegfried Lenz im masurischen Striegeldorf.
Und so hat (der 2014 verstorbene) Siegfried Lenz eben ein Wunder zu erzählen; wer's glaubt, wird selig!
Auf jeden Fall wird der, der es liest, seine Freude daran haben, die fast so hell scheint
wie der Weihnachtsstern.
Ein verschmitzter Kerl ist dieser Lenz, dessen Humor einem aus jeder Zeile entgegen springt
in dieser köstlichen und originell zusammengereimten Weihnachtsgeschichte, wie man sie noch nie und nirgends gehört hat.
Es ist ein Bilderbuch für Erwachsene - und auch an der Freude beim Bilderbetrachten kommt man nicht vorbei.
Also: Großonkelchen Heinrich Matuschitz und der Forstgehilfe Otto Mulz sitzen gemeinsam in einer Gefängniszelle und sehen den vorüberziehenden Tagen zu, wie sie sich Weihnachten nähern.
Da "jedes Wesen in Striegeldorf und Umgebung angehalten ist, sich über das herannahende liebliche Ereignis zu freuen", beschließen die beiden, sich "die Freude einfach zu besorgen".
Sie schmieden Pläne, wie sie über die Festtage in den Genuß der Freiheit und der Freude kommen können.
Und los geht's.
Natürlich erreichen sie das weihnachtliche Striegeldorf mitsamt der dazugehörigen Freude und singen und feiern und kloppen sich und träumen.
Und weil sie also nicht um ihre Weihnachtsfreude betrogen wurden, beabsichtigen sie, nach dem Fest in ihre Zelle zurückzukehren, was sich als gar nicht so einfach erweist.
Es ist jedoch die Zeit der Wunder.
Stimmen Sie sich mit dieser schelmischen Geschichte auf Weihnachten ein.
Besorgen auch Sie sich Ihre Freude!
Mein Tipp von Herz zu Herz: Susanna Erb.

"Bestsellerlisten interessieren uns an dieser Stelle nicht. Was Sie hier finden, sind Bücher, die wir lieben".

"Anne Tyler gehört zum Besten, was wir an Erzählern gegenwärtig haben." (Jonathan Franzen)

"Ich behaupte: Das ist das neue Meisterwerk einer der besten Schriftstellerinnen deutscher Sprache überhaupt!" (Christian Oelemann über Lena Gorelik)

"Einmal mehr beweist der britische Schriftsteller, dass er zu den ganz Großen seiner Zunft gehört – zu den wirklich Souveränen." (Christian Oelemann über Ian McEwan's KINDESWOHL)
"Wolf Schneider war und ist nie mittelmäßig sondern stets erstklassig. Genau wie sein Buch!" (Christian Oelemann zu HOTTENTOTTENSTOTTERTROTTEL)
"Nicht nur die Architektur dieses Romans ist perfekt; Anne von Canals Sprache ist es auch: punktgenau und unmissverständlich." (Christian Oelemann über Anne von Canals DER GRUND)

«Der Roman ist herrlich. Ein Roman über das Glück. So witzig und ehrlich. Ich habe ihn so gerne gelesen.»
(Gerwig Epkes, SWR2, Literatur über Patrick Tschans «Eine Reise später»)"

Christian Oelemann