Der Pfau

Monatstipp November 2016

Isabel Bogdan: Der Pfau

Verlag: Kiepenheuer & Witsch
rezensiert von Susanna Erb

Was hat ein Pfau auf dem Anwesen eines alten Herrenhauses in den schottischen Highlands zu suchen? Nun, genau genommen ist es einer von fünf Pfauen, die der Besitzer nebst anderen Tieren anschaffte, weil er den Anblick der schillernden Pfauenräder so mag. Einer dieser Pfauen ist allerdings aus der Art geschlagen - aber dazu später mehr. Der einst prächtige, aber immer noch anmutige Landsitz ist mittlerweile morsch. Lord und Lady McIntosh "residieren", zusammen mit ihrem treuen und tüchtigen Personal. Um die Häuser in Schuß halten zu können, werden sie zur Vermietung hergerichtet und so meldet sich eines tages eine Gruppe Londoner Investmentbanker samt Psychologin für ein Teambuilding-Seminar an, um ein Wochenende auf dem Gut zu verbringen. In berufsferner, ländlicher Abgeschiedenheit soll die Zusammenarbeit "reformiert" werden. Die Voraussetzungen sind nur mäßig stimmig, denn die Unterkunft ist in ihrer Kargheit äußerst gewöhnungsbedürftig.
Und dazu spielt jener besagte Pfau verrückt. Ob seine Störung hormonellen oder anderen Ursprungs ist, bleibt ungeklärt. Jedenfalls hat er es auf die Farbe blau abgesehen und attackiert alles Blaue wie einen persönlichen Feind. Mit Bangen schauen Lord und Lady auf den blauen Wagen der Chefbankerin und nachdem er Opfer einer Pfau-Attacke wurde, beschließt der Lord ein Rettungsmanöver und läßt den Pfau kurzerhand für immer verschwinden. Das löst eine Kette komischer Ereignisse und Verwirrungen aus, derweil sich die Banker weniger über die merkwürdigen Teambildungs-Maßnahmen näherkommen als über ungeplante Hindernisse. Ein Sturz, eine Grippe, heftig einsetzender Schneefall und Stromausfall machen allerlei Kompromisse notwendig, die sich als Segen erweisen. Alle rätseln über den Verbleib des Pfaus und natürlich rätselt auch der Leser mit und am Ende staunt er! So manche Szene hat Slapstick-Charakter und die ganze kurzweilige Story ist eine köstliche Vorführung britischen Humors.
Ein gelungener Debüt-Roman der deutschen Autorin Isabel Bogdan!

"Bestsellerlisten interessieren uns an dieser Stelle nicht. Was Sie hier finden, sind Bücher, die wir lieben".

"Anne Tyler gehört zum Besten, was wir an Erzählern gegenwärtig haben." (Jonathan Franzen)

"Ich behaupte: Das ist das neue Meisterwerk einer der besten Schriftstellerinnen deutscher Sprache überhaupt!" (Christian Oelemann über Lena Gorelik)

"Einmal mehr beweist der britische Schriftsteller, dass er zu den ganz Großen seiner Zunft gehört – zu den wirklich Souveränen." (Christian Oelemann über Ian McEwan's KINDESWOHL)
"Wolf Schneider war und ist nie mittelmäßig sondern stets erstklassig. Genau wie sein Buch!" (Christian Oelemann zu HOTTENTOTTENSTOTTERTROTTEL)
"Nicht nur die Architektur dieses Romans ist perfekt; Anne von Canals Sprache ist es auch: punktgenau und unmissverständlich." (Christian Oelemann über Anne von Canals DER GRUND)

«Der Roman ist herrlich. Ein Roman über das Glück. So witzig und ehrlich. Ich habe ihn so gerne gelesen.»
(Gerwig Epkes, SWR2, Literatur über Patrick Tschans «Eine Reise später»)"

Christian Oelemann