Weit über das Land

Monatstipp August 2016

Peter Stamm: Weit über das Land

Verlag: Fischer
rezensiert von Christian Oelemann

Was für ein Erlebnis! Der Schweizer Peter Stamm, einer der wortmächtigsten Erzähler deutscher Zunge und bereits dreimal unser Monatstipp, hat seinen vielleicht fulminantesten Roman vorgelegt, »Weit über das Land«. Es handelt sich um die Geschichte eines Mannes, der, soeben mit seiner Familie
aus dem Sommerurlaub heimgekehrt, mitten in der Nacht zu Fuß und ohne Gepäck sein Heim verlässt. Seine Frau bemerkt sein Fehlen erst am nächsten Tag, und es herrscht eine schaurige Ungewissheit … Alternierend, mal aus ihrer, dann aus seiner Sicht, entblättert Stamm virtuos diese Liebesgeschichte , deren einzelne Erzählschübe hier nacherzählt werden sollten, weil fast alles darauf hinausliefe, zu viel zu verraten. Halten wir uns an den prägnanten kurzen, aber absolut hinreichenden Klappentext: »Ist es ein neuer Anfang, wenn man alles hinter sich lässt? Ein Mann steht auf und geht. Einen Augenblick zögert er, dann verlässt er das Haus, seine Frau und seine Kinder. Mit einem erstaunten Lächeln geht er einfach weiter und verschwindet. Seine Frau fragt sich zunächst, wohin er gegangen ist, dann, wann er wiederkommt, schließlich, ob er noch lebt. Jeder kennt ihn: den Wunsch zu fliehen, den Gedanken, das alte Leben abzulegen, ein anderer sein zu können, vielleicht sogar man selbst. Peter Stamm ist ein Meister im Erzählen jener Träume, die zugleich locken und erschrecken, die zugleich die schönste Möglichkeit und den furchtbarsten Verlust bedeuten. Weit über das Land ist ein Roman, der die alltäglichste aller Fragen stellt: Die nach dem eigenen Leben.
Denn: Stamm hat sich einen genialen Coup einfallen lassen, einen … äußerst versöhnlichen, tröstlichen. Aber lesen Sie bitte selbst. Stamm hat sich einen genialen Coup einfallen lassen, einen … äußerst versöhnlichen, tröstlichen. Aber lesen Sie bitte selbst. Oder hören Sie, denn kein geringerer als der große Christian Brückner (der Robert de Niro der Vorleser seit Jahrzehnten)) leiht diesem Buch seine empathische Stimme, und holt mit den für ihn berühmten Betonungen wirklich alles aus dem Text.
Feiern wir gemeinsam diese große Geschichte, die einen nicht wieder los lässt. Ein Freudenfest für Literaturliebhaber, versprochen!

Über Peter Stamm
Peter Stamm, geboren 1963, studierte einige Semester Anglistik, Psychologie und Psychopathologie und übte verschiedene Berufe aus, u.a. in Paris und New York. Er lebt in der Schweiz. Seit 1990 arbeitet er als freier Autor. Er schrieb mehr als ein Dutzend Hörspiele. Seit seinem Romandebüt ›Agnes‹ 1998 erschienen fünf weitere Romane, fünf Erzählungssammlungen und ein Band mit Theaterstücken, zuletzt die Romane ›Nacht ist der Tag‹ und ›Weit über das Land‹ sowie unter dem Titel ›Die Vertreibung aus dem Paradies‹ seine Bamberger Poetikvorlesungen.




Über Peter Stamm
Peter Stamm, geboren 1963, studierte einige Semester Anglistik, Psychologie und Psychopathologie und übte verschiedene Berufe aus, u.a. in Paris und New York. Er lebt in der Schweiz. Seit 1990 arbeitet er als freier Autor. Er schrieb mehr als ein Dutzend Hörspiele. Seit seinem Romandebüt ›Agnes‹ 1998 erschienen fünf weitere Romane, fünf Erzählungssammlungen und ein Band mit Theaterstücken, zuletzt die Romane ›Nacht ist der Tag‹ und ›Weit über das Land‹ sowie unter dem Titel ›Die Vertreibung aus dem Paradies‹ seine Bamberger Poetikvorlesungen.





"Bestsellerlisten interessieren uns an dieser Stelle nicht. Was Sie hier finden, sind Bücher, die wir lieben".

"Anne Tyler gehört zum Besten, was wir an Erzählern gegenwärtig haben." (Jonathan Franzen)

"Ich behaupte: Das ist das neue Meisterwerk einer der besten Schriftstellerinnen deutscher Sprache überhaupt!" (Christian Oelemann über Lena Gorelik)

"Einmal mehr beweist der britische Schriftsteller, dass er zu den ganz Großen seiner Zunft gehört – zu den wirklich Souveränen." (Christian Oelemann über Ian McEwan's KINDESWOHL)
"Wolf Schneider war und ist nie mittelmäßig sondern stets erstklassig. Genau wie sein Buch!" (Christian Oelemann zu HOTTENTOTTENSTOTTERTROTTEL)
"Nicht nur die Architektur dieses Romans ist perfekt; Anne von Canals Sprache ist es auch: punktgenau und unmissverständlich." (Christian Oelemann über Anne von Canals DER GRUND)

«Der Roman ist herrlich. Ein Roman über das Glück. So witzig und ehrlich. Ich habe ihn so gerne gelesen.»
(Gerwig Epkes, SWR2, Literatur über Patrick Tschans «Eine Reise später»)"

Christian Oelemann