Für Elise

Monatstipp Januar 2015

Klohs, Peter: Für Elise

Verlag: Verlag 3.0
rezensiert von Christian Oelemann

Für Elise – war das nicht ein im vergangenen Jahrhundert oft geklimpertes Klavierohrwürmchen von einem gewissen Herrn Clayderman? Das mit dem ärgerlichen Wiedererkennungswert?

Oder nein: hieß nicht Clara und Robert Schumanns Tochter Elise? Und war sie es, der Beethoven jenes Albumblatt ohne Opuszahl widmete? Das würde jedenfalls besser zu einem Musikroman passen, denn unter dieser Genrebezeichnung wird FÜR ELISE im Verlagsprogramm 3.0 gelistet, sehr zu recht übrigens; das Buch handelt nicht nur von Musik und Musikern, sondern ist selbst Musik, jedenfalls in den Ohren des Verfassers . Der Komponist dieser Musik heißt Peter Klohs.
FÜR ELISE ist das literarische Vermächtnis eines Musikbesessenen, eines Mannes,dessen Leben ohne die Werke großer Klangschöpfer vollkommen anders verlaufen wäre – ärmer vermutlich.
In vierzehn (Liebes)-Briefen schreibt Peter Klohs‘ Protagonist Felix Mendelsohn der Dame seines Herzens von entscheidenden Musikerlebnissen in seinem Leben. Die Adressatin heißt mit Vornamen Elisabeth – deshalb also der Romantitel. Mendelsohn, von Beruf Journalist, beabsichtigt seine Heimat Deutschland zu verlassen , aus sehr persönlichen Gründen, die hier nicht verraten werden. Seine umfangreiche Schallplattensammlung kann oder will er nicht mitnehmen; deshalb schenkt er sie Elisen, nicht ohne vermittels vierzehn Beispielen seine zutiefst persönlichen, oft erschütternden Erlebnisse mit seiner Musik anzuvertrauen, einer Frau zu erzählen, die er bislang nicht einmal anzusprechen gewagt hat.
Klohs gelingt es wunderbar, anhand dieser vierzehn Briefe Felix Mendelsohns Biographie zu entwickeln und ihn dem Leser ans Herz wachsen zu lassen. Und mit Felix die Musik, die er in seinem Herzen trägt, ganz egal, ob es sich um J. S. Bach handelt, um Beethoven, Schumann, Grieg oder Mahler. Auch die Welt des Jazz und des Tango hat Mendelsohn nachhaltig geprägt; selbst wenn Sie keinen der im Roman erwähnten Jazzmusiker bislang je gehört haben: ich versichere Ihnen, dass Sie sie wiedererkennen werden.

Anfangs habe ich behauptet, FÜR ELISE sei Musik für mich; ja, insofern nämlich, als es mir mit diesem Roman wie mit ergreifender Musik ergeht: man ist nicht mehr derselbe Mensch, hat man diesen gelesen, jene gehört.

Da Peter Klohs seine Elise in unnachahmlicher Weise vortragen kann, plant der Verlag 3.0 eine Hörbuch-Ausgabe, auf die ich mich bereits heute freue. Dieses Buch ist nicht für den nur einmaligen Genuss geeignet sondern weckt Wiederholungswünsche.

Danke, Peter Klohs!

"Bestsellerlisten interessieren uns an dieser Stelle nicht. Was Sie hier finden, sind Bücher, die wir lieben".

"Anne Tyler gehört zum Besten, was wir an Erzählern gegenwärtig haben." (Jonathan Franzen)

"Ich behaupte: Das ist das neue Meisterwerk einer der besten Schriftstellerinnen deutscher Sprache überhaupt!" (Christian Oelemann über Lena Gorelik)

"Einmal mehr beweist der britische Schriftsteller, dass er zu den ganz Großen seiner Zunft gehört – zu den wirklich Souveränen." (Christian Oelemann über Ian McEwan's KINDESWOHL)
"Wolf Schneider war und ist nie mittelmäßig sondern stets erstklassig. Genau wie sein Buch!" (Christian Oelemann zu HOTTENTOTTENSTOTTERTROTTEL)
"Nicht nur die Architektur dieses Romans ist perfekt; Anne von Canals Sprache ist es auch: punktgenau und unmissverständlich." (Christian Oelemann über Anne von Canals DER GRUND)

«Der Roman ist herrlich. Ein Roman über das Glück. So witzig und ehrlich. Ich habe ihn so gerne gelesen.»
(Gerwig Epkes, SWR2, Literatur über Patrick Tschans «Eine Reise später»)"

Christian Oelemann